Regulierung ist gesetzt – die Umsetzung bleibt herausfordernd
Mit § 45 des Messstellenbetriebsgesetzes ist der Rahmen eindeutig definiert: Bis 2032 müssen 90 Prozent der Pflichteinbaufälle mit intelligenten Messsystemen ausgestattet sein. Strategisch ist das Ziel erreichbar, operativ zeigt sich jedoch ein wachsender Zielkonflikt zwischen regulatorischem Anspruch und physikalischer Realität im Netzgebiet.
LTE stößt im Feld an harte Grenzen
Der überwiegende Teil der heutigen Rollout-Strategien basiert auf öffentlichem Mobilfunk. LTE gilt als verfügbar, wirtschaftlich und technisch etabliert. In der Praxis endet diese Annahme jedoch häufig im Keller. Tiefliegende Zählerschränke, massive Betondecken, Stahltüren oder ländliche Randlagen führen dazu, dass der Empfang abrupt abbricht. Die Erfahrungswerte aus Pilotprojekten sind konsistent: Mit einer reinen LTE-Strategie lassen sich maximal 70 bis 75 Prozent der Messstellen zuverlässig anbinden.
Problematisch ist dabei weniger die Quote als die Struktur der verbleibenden Fälle. Genau dort, wo Wärmepumpen, Ladeinfrastruktur oder Speicher installiert sind, fehlt häufig die notwendige Konnektivität.
450 MHz als stabiler Kommunikationslayer für kritische Infrastruktur
Eine tragfähige Ergänzung stellt die 450-MHz-Technologie dar. Durch die niedrigere Frequenz bietet sie eine deutlich bessere Gebäudedurchdringung und Reichweite. Als dediziertes Netz für kritische Infrastrukturen ist sie zudem auf Ausfallsicherheit ausgelegt und verfügt über Notstrom- und Schwarzfallfähigkeit. Für Netz- und Messstellenbetreiber entsteht damit eine robuste Kommunikationsbasis, die unabhängig vom öffentlichen Mobilfunk funktioniert.
Powerline-Kommunikation für physikalische Sonderfälle
Dort, wo selbst Funktechnologien an ihre Grenzen stoßen, bietet Powerline-Kommunikation einen alternativen Ansatz. Die Datenübertragung erfolgt über das bestehende Stromnetz bis zur Ortsnetzstation. Diese Technologie ist besonders für stark abgeschirmte Gebäude geeignet, erfordert jedoch eine entsprechende technische Aufrüstung der Netzstationen.
Unser Mehrwert für Ihr Unternehmen: Der Rollout braucht einen hybriden Ansatz
Der Smart-Meter-Rollout ist kein technischer Selbstläufer. Wer die regulatorischen Zielquoten erreichen will, muss unterschiedliche physikalische Rahmenbedingungen berücksichtigen und seine Kommunikationsstrategie entsprechend ausrichten. Erfolgreich ist kein monolithischer Ansatz, sondern die intelligente Kombination mehrerer Technologien. regiocom Netzdienste unterstützt Netz- und Messstellenbetreiber dabei von der Planung bis zur Umsetzung im Feld – mit dem klaren Ziel, Konnektivität dort herzustellen, wo sie tatsächlich gebraucht wird.
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Titelbild: KI-generiert




















