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Die regiocom-Story Vom Drei-Mann-Startup zum Service-Konzern mit über 5000 Mitarbeitern

Die Geschichte der regiocom beginnt wie eine klassische „Garagen“-Geschichte. 1996 starten drei junge Männer mit einer Geschäftsidee für den zwei Jahre später liberalisierten Telefonmarkt durch. Ein echtes startup-Unternehmen der beginnenden Internet-Epoche, das schnell wächst und erfolgreich ist. Auch die Arbeitsweise ist typisch, unkompliziert, flexibel, schnell, ideengetrieben. 

Die regiocom-Story ist eine spannende Wirtschaftsgeschichte. Denn das Unternehmen ist als Mikrokosmos auch ein Spiegelbild der gesellschaftlichen und politischen Veränderungen im Europa der vergangenen 20 Jahre. Ein Lehrstück für alle, die etwas bewegen wollen.

Denn Veränderung ist bis heute Teil der regiocom-Geschichte. Der Umgang damit zeigt, wie sich Widerstände in Zeiten des Wandels überwinden und in eine positive Perspektive verwandeln lassen. Mit Fairness und Flexibilität, mit Ausdauer und Professionalität. Und das ist bis heute so.

Aus dem Drei-Mann-Unternehmen ist ein renommierter Service-Konzern geworden, mit über 5000 Mitarbeitern an 20 Standorten zwischen dem Schwarzen Meer und der Nordsee. Die drei Gründer prägen mit ihrer Einstellung und ihrer Erfahrung das Geschäft. regiocom ist heute der größte inhabergeführte Full-Service-Provider in Deutschland. Die regiocom-Story unten hat Gründer Klemens Gutmann aufgeschrieben.


1996: Die Anfänge als regionale TelCo

Gegründet wurde regiocom im September 1996 als regionaler Telekommunikationsdienstleister und -carrier, schon damals unter der Leitung von Joan Schlieker, Dr. Sebastian Kerz und Klemens Gutmann. Mit einem Anteil von 50,0% war der damalige Energieversorger EVM (heute Avacon) engagiert, ein Unternehmen der damaligen PreussenElektra (heute EON). Die Mission: durch regionale Nähe den großen TelCos Paroli bieten und die bestehenden Glasfasernetze von Avacon mitnutzen, und hier mit neuen Sprach- und Datendiensten punkten. Die ungewöhnliche Konstellation eines Gesellschaftergleichgewichtes von drei Geschäftsführern und einem Konzern sollte sich in den kommenden 18 Jahren als bemerkenswert solide erweisen: mit 50,0% war PreussenElektra ganz klar der dominante Gesellschafter. Gleichzeitig war regiocom aber nie in den Energiekonzern integriert und erhielt sich die unternehmerische Beweglichkeit und den mittelständischen Charakter.

Die Entwicklungen der ersten Jahre war ebenso erfolgreich wie stürmisch: 1998 zählte regiocom schon rund 80 Mitarbeiter, die alle Funktionen eines TK-Dienstleisters abbildeten: Sprachtelefonie, Webservices und -hosting, TK-Anlagen-Betrieb und ein kleines Rechenzentrum. Unter anderem hatten die hauseigenen Entwickler mit der „Billing Machine“ ein  Abrechnungssystem entwickelt und nach Vorgaben des damaligen Regulierers RegTP zertifizieren lassen – als erster mittelständischer Anbieter in Deutschland.

1999: Wiedergeburt als Service-Center-plus-IT

Angesichts des massiven Preisverfalls in der Telekommunikation sanken die Chancen auf ein erfolgreiches Wachstum in und aus dem damals krisengeschüttelten Sachsen-Anhalt. Schon im Jahr 1998 hatte regiocom erstmals in den EVU-Bereich hineingeschnuppert und die Anlagentechnik für ein Call Center für Energiekunden schlüsselfertig geliefert. Dann kam die Anfrage, ob man dieses Call Center auch personell und inhaltlich betreiben wolle. So kam regiocom als Quereinsteiger zum ersten Projekt in der Energiewirtschaft. Erster Auftraggeber war der Gesellschafter EVM (heute: Avacon). Auch andere Tochterunternehmen der PreussenElektra (heute: E.ON) interessierten sich für die zu diesem Zeitpunkt neue und interessante Form der Dienstleistung.
Ab Mitte 1999 überschlugen sich die Ereignisse in der Energiewirtschaft: Marktauftritt Yello Strom im August, dazu weitere neue Lieferanten in den Folgewochen, dann massive Wechsel von Privatkunden zu den Neuen, im Dezember schließlich die Verbändevereinbarung II als operatives Regelwerk. Und regiocom mittendrin. Gründend auf dem Selbstvertrauen aus dem Projekt Billing Machine, trauten sich die Entwickler an den „Schnellbau“ eines Energieabrechnungssystem für das Stromprodukt „ElektraDirekt“ der damaligen PreussenElektra. Erstmals wurde das Zusammenspiel von Service Center, laufender Prozessanpassung und quasi „Rund-um-die-Uhr“ - Softwareentwicklung auf´s Äußerste belastet – und es gelang! In den Verbrauchertests rangierte ElektraDirekt immer ganz vorne. Allein das Erzeugen einer korrekten Turnusrechnung mit weniger als 3 Monaten Verspätung reichte damals für einen Platz auf dem Siegertreppchen. 

2002: Service Center für Energieversorger

Dieser „Frühling“ des liberalisierten Energiemarktes war heftig, währte aber gerade mal zwei Jahre. regiocom konnte zwei weitere Energieprodukte für sein gut funktionierendes Abrechnungssystem finden, echte Ausschreibungen oder starke neue Anbieter waren jedoch kaum zu erkennen, ein wirkliches Wachstum gab der Markt nicht her. Die Leistungen des Service Centers kamen am Markt jedoch gut an. Die ersten großen Stadtwerke nutzten die Möglichkeit zum echten Outsourcing und verlagerten ihre Dienstleistungen von ihrem jeweiligen Stammsitz ins ferne Magdeburg – erst vorsichtig, dann immer konsequenter. Die Zertifzierung nach ISO 9001 trug erkennbar dazu bei. Beginnend mit dem Outsourcing der telefonischen Sachbearbeitung, dann mit der schriftlichen und schließlich auch mit dem Outsourcing der Schulung und der Prozessdokumentation. Erst Dortmund und Oberhausen, dann München und Hannover. Ein neues Standbein im Energiemarkt war geschaffen. Und anders als viele andere Projekte im Call Center-Markt waren diese Aufträge nachhaltig: alle wichtigen Auftraggeber von damals sind auch heute noch Auftraggeber von regiocom. Seit dieser Zeit ist regiocom als Service Center für die deutsche Energiewirtschaft eine feste Größe.
Aber auch hier lagen Sonne und Regen nahe beieinander. Im Sommer 2001 hatte regiocom ein vertriebliches Call Center in Halle mit 150 Mitarbeitern aus einer Insolvenz übernommen. Der Grundgedanke: ein liberalisierter Energiemarkt braucht vertriebliche Kompetenz. Eine gute Idee, aber zum falschen Zeitpunkt. Nach gut zwei Jahren gab regiocom das Call Center in Halle wieder ab – um es dann fast ein Jahrzehnt später wieder zu übernehmen. Erst ab etwa 2012 greift das Konzept eines vertrieblich orientierten Call Centers in der Energiewirtschaft. Ebenso beginnen Energielieferanten mit der Verzahnung von klassischer Sachbearbeitung und vertrieblicher Betreuung.
Über die Jahre hinweg ist der Bereich Service Center aber fast kontinuierlich auf mittlerweile fünf Standorte angewachsen: neben Magdeburg auch Halle, Salzwedel, Berlin und Kaiserslautern. Der Bereich beheimatet drei Viertel aller Mitarbeiter des regiocom-Verbundes und hat über mehr als ein Jahrzehnt seine Rolle als Fundament des Unternehmens bestätigt.

2005: Tiefer in die Energiewirtschaft

Immer wieder hatte die Arbeit der Softwarespezialisten von regiocom im E.ON-Konzern Anerkennung gefunden. Im Jahr 2005 gelang es erstmalig, eine bisher kundenspezifische Lösung als Produkt zu platzieren. rcUTIL erbrachte eine weitgehende Automatisierung des Lieferantenwechsels und eine effiziente Unterstützung der dann noch notwendigen Sachbearbeitung. Auch bei der Ausformulierung der Wechselprozesse (später GPKE) aus fachlicher Sicht war regiocom im Rahmen der EDNA einer der federführenden Akteure. Kurz darauf kam rcRegMan als Lösung für das Regulierungsmanagement auf den Markt. Das Einsammeln, Aufbereiten und Plausibilisieren von Hunderten von Berichtsparametern für die Bundesnetzagentur mit teilweise Hunderttausenden von Einzelwerten wurde durch dieses Tool handhabbar gemacht. Die regiocom-Fachleute konnten so dem Markt beweisen, dass sie die Mechanik der Ökonometrie von Netzen verstehen. Weitere Spezialanwendungen (Konzessionsabgabenmanagement, Einspeiserabrechnung, u.a.) folgten in den Jahren darauf. rcRegMan ist heute mit Abstand marktführend in seinem Segment, rcUTIL beherrscht sämtliche relevanten Datenaustauschprozesse und ein breites Spektrum von EDM-Aufgaben.
Gleiche Aufgabenstellung aber anderes Marktsegment: die ersten Messstellenprojekte standen an und benötigten passende Management-Werkzeuge. Regiocom entwickelte und lieferte. Und das auch noch in einem neuen Marktumfeld, nämlich in Bulgarien, wo E.ON den Regionalversorger an der Goldküste (Region Varna) übernommen hatte und alle Aufgaben zur Ablesung, Zählerinstallation und zum Zählerwechsel und alle anderen Aufgaben im Niederspannungssegment an regiocom vergab. Für diese „Expedition in unbekanntes Terrain“ gab es kaum Vorbereitungszeit – sie war aber während der gesamten Projektlaufzeit höchst erfolgreich. Gleichzeitig bildete dieses Projekt den Grundstein für das regiocom Service Center in Varna mit heute fast 200 Sachbearbeitern. Die Erfahrungen und Referenzen im Messstellenbereich ermöglichten es ab 2008, auch in Deutschland erfolgreich Messstellenprojekte zu akquirieren. Regiocom übernimmt dazu von der E.ON Bayern AG den Messstellenspezialisten Enseco mit Sitz in München. 

2009: Full-Service für EVU

Der Wettbewerb im Energiemarkt zog zu dieser Zeit wieder an, erstmals auch in der Sparte Gas. Neue Akteure und Quereinsteiger betraten den Marktplatz und suchten einen echten Full Service-Dienstleister. Regiocom entschied sich für die Lösung der „Großen“ und wurde 2009 zum ersten zertifizierten europäischen Full Service/BPO-Partner der SAP AG im Segment der Energiebelieferung. Nur drei Jahre später war regiocom auch der größte wettbewerblich agierende Full Service-Dienstleister. Kein anderer konnte die komplexe Prozesskette in der Energiebelieferung, Abrechnung und dem dahinterliegenden Marktdatenaustausch so präzise, automatisiert und massenfähig erbringen. Alle Gewerke – Front Office, Back Office, Prozessteuerung, Customising und Entwicklung, Posteingangsverarbeitung und Lettershop arbeiten Hand in Hand und unter einem Dach. Mit heute rund 2,5 Mio. abgerechneter Lieferstellen von etwa einem Dutzend Lieferanten und Marken liegt regiocom im wettbewerblich geprägten Segment deutlich in Führung. 

2012: Ausbau des IT-Betriebes

Mit den erhöhten Sicherheitsanforderungen rückte die firmeneigene Cloud stärker in den Fokus, die technischen Umbauten (Speicherkonsolidierung, virtualisierte Server, Umbau Sicherheitstechnik) wurden angegangen und mündeten im Jahr 2015 in die Zertifizierung nach ISO 27001. Dies sowie die Referenzen im Regulierungsmanagement waren eine wichtige Grundlage für ein erfolgreiches Bemühen um das Outsourcing des Marktstammdatenregisters der BNetzA – ein unter Brancheninsidern sehr genau wahrgenommenes Projekt.
Die im IT-Bereich angesiedelten Lettershop-Dienstleistungen wurden zum Jahresbeginn 2016 durch den Zukauf des Druckzentrums der Deutschen Telekom in Weingarten bei Ravensburg verstärkt. regiocom wurde so zu einem der TOP-3-Player im Transaktionsdruck in Deutschland. Damit steht auch der Output-Bereich auf stabilen und ausreichend großen Füßen.
Auch der Bereich Messstellenmanagement erreichte einen neuen Horizont, weil er energiewirtschaftliches Prozess-Know-How mit der Entwicklung maßgeschneiderter Werkzeuge verbindet und für das Ganze dann auch die betriebliche und ökonomische Erfolgsverantwortung übernimmt. Dies zeigte sich besonders beim Wettbewerb um die Leistungen zur Marktraumumstellung L-Gas/H-Gas, in dem regiocom erfolgreich namhafte Projekte akquiriert hat.

2014: Auf dem Weg ins "Familienunternehmen"

Seit 2014 ist regiocom ganz in der Hand der drei Gründer und Geschäftsführer, der Gesellschafter Avacon hat seine Anteile abgegeben. Sebastian Kerz, Joan Schlieker und Klemens Gutmann wollen auch jetzt schon die wichtigsten Kernelemente des Konzeptes „Familienunternehmen“ in ihrem Unternehmensverbund umsetzen: Kontinuität und Verlässlichkeit praktizieren, gute Ideen zu erfolgreichen Leistungen reifen lassen und Unternehmerschaft und Unternehmensführung in einer Hand belassen.

2017 bis heute: regiocom als Digitalisierungspartner

2017 läutet regiocom das Jahr der Veränderung ein. Um im Markt künftig bei den großen Ausschreibungen wahrgenommen zu werden, setzen die Geschäftsführer auf Wachstum durch Akquisition. regiocom übernimmt die deutlich größere snt Deutschland AG, ein renommierter Dienstleister mit dem Schwerpunkt Telekommunikation. Mit der Übernahme wächst regiocom auf fast 5500 Mitarbeiter und gehört damit zu den TOP-5-Unternehmen im Kundenservice. Das Jahr ist geprägt vom Zusammenwachsen, dem Bau einer gemeinsamen technischen und organisatorischen Basis. Die Neustrukturierung ist gleichzeitig die Chance, die Digitalisierung voranzutreiben. Es entstehen neue, digitale Produkte; die Teams und die Arbeitsmethoden werden auf die sich ändernden Anforderungen der Auftraggeber ausgerichtet. regiocom setzt jetzt auf neue Märkte und positioniert sich als Partner für seine Auftraggeber auf dem Weg ins Digitale Zeitalter. Gründer Joan Schlieker beschreibt das so: „Wir begleiten unsere Auftraggeber bei der digitalen Transformation ihres Geschäfts und tun alles dafür, dass sie auch künftig erfolgreich sind.“


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